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Wenn man sich wundert, soll man sich wundern,
oder: Wenn einem etwas komisch vorkommt oder wenn man über etwas stolpert, soll man das ernst nehmen und nachhaken.

Unser Gehirn macht Denkfehler, und das ohne uns zu warnen. Glücklicherweise nur selten, aber das reicht dafür, dass Herr Kahnemann ein erfolgreiches Buch “Schnelles Denken – langsames Denken" geschrieben hat.

Viel häufiger ist allerdings eine andere Konstellation: Unser routinemäßig arbeitendes Gehirn warnt uns, dass wohl etwas schief läuft: "Da ist etwas komisch!" Jetzt sollten wir reagieren, nämlich etwas tun oder unser Gehirn auf langsames/gründliches Denken umschalten. Aber wir sind faul, wir wundern uns nicht. Wir schieben die Warnung beiseite oder finden schnell eine Begründung dafür, dass es nicht nötig ist, deswegen etwas zu tun oder nachzudenken.

Ein Beispiel: Ich hatte mit einem Mandanten ein Gespräch bei ihm vereinbart, er sollte mich dazu am übernächsten Mittwoch vom Bahnhof in seiner Nähe abholen. Am nächsten Montag telefonierten wir noch einmal. Er schloss das Gespräch mit den Worten: "Dann bis Mittwoch!". Als ich das Gespräch beendet hatte, kam mir das irgendwie komisch vor: Welchen Mittwoch hatte er gemeint? Sollte ich ihn nicht besser noch einmal anrufen. Aber, sagte ich mir, er hatte doch von „Mittwoch“ gesprochen. – Der Mandant fuhr bereits am nächsten Mittwoch zum Bahnhof und rief mich an, wo ich denn bleiben würde.

Noch ein Beispiel: Ich überarbeite einen Text am Bildschirm. Nach einiger Zeit fällt mir ein Wort auf, das falsch geschrieben ist. Ich habe das doch schon bei der Rechtschreibkontrolle verbessert! Ach, das habe ich wohl nicht richtig gemacht. Ich korrigiere munter weiter, bis ein weiteres falsche Wort auftaucht, das ich doch schon korrigiert habe. Da merke ich, dass ich die Sicherungskopie aufgerufen und überarbeitet habe.

Arbeitet nur mein Gehirn so schlecht oder ist das eine allgemeine Eigenschaft von menschlichen gehörenden? Um das zu klären, habe ich in meinen Seminaren zum Projektmanagement den Teilnehmern vor dem Mittagessen eine Aufgabe gegeben: Jeder sollte nach dem Essen einen solchen Fall von nicht beachteter Irritation aus seinem Leben berichten. Kaum ein Teilnehmer hatte Schwierigkeiten, sich an einen solchen Fall zu erinnern. Manche berichteten freiwillig von zweien.

Um dieses Risiko zu verringern, können Sie sich antrainieren, solche Irritationen zu beachten. Schreiben Sie sich Situationen, in denen Sie auf eine Irritation fälschlich nicht eingegangen sind, eine Zeit lang auf und lesen Ihre Liste ab und zu nach.